FDP-Fraktion zum Zechenturm in Tönisberg

Zur Diskussion über den Zechenturm in Tönisberg erklärt die Vorsitzende der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Kempen, Irene Wistuba:

 

"Aus zahlreichen Gesprächen im Freundes- und Bekanntenkreis haben wir erfahren, dass viele Tönisberger sich gegen die Initiative aussprechen, den Zechenturm unter Denkmalschutz zu stellen. Sie halten nicht den Zechenturm für ihr Denkmal, sondern sie identifizieren sich mit der Bockwindmühle als Wahrzeichen von Tönisberg. Es ist sicher richtig und auch wichtig, dem Bergbau eine historische Erinnerungsstätte einzuräumen. Genau das gibt es schon mit dem Bergbaumuseum in Bochum und mit der Zechenanlage Essen-Zollverein. Es wäre unverhältnismäßig kostspielig, diesen Förderturm zu erhalten. Wir wollen lieber in die Zukunft z. B. in die Bildung unserer Kinder investieren als in die Vergangenheit.

 

In der Bau- und Denkmalausschusssitzung am 17.03.14 wurde über den Denkmalwert des Zechenturms Niederberg IV in Tönisberg beraten. Für die Entwicklung der Wartsberg-Siedlung hatte der Bergbau sicherlich einen wichtigen Einfluss, allerdings war er nicht von Relevanz für den Bergbau im Ruhrgebiet insgesamt. Es wäre unverantwortlich, für einen Turm, der nur 10 Jahre als Außenschachtanlage in Betrieb war und keine historische Relevanz für den Bergbau insgesamt hat, finanzielle Risiken einzugehen. Bei einer Eintragung in die Denkmalliste hätten wir abgesehen von den  Abriss- und Unterhaltungs-kosten auch die Verantwortlichkeit für die Altlasten übernehmen müssen. Erschwerend käme hinzu die Gefährdung der Arbeitsplätze bei der Firma Naue, die bei einer Folgenutzung das Zechengeländes verlassen müsste. Unsere  Ablehnung zur Eintragung in die Denkmalliste war die Konsequenz aus der Gesamtbetrachtung und der Gesamtverantwortung.

 

Wir begrüßen und schätzen das Engagement des Fördervereins und haben Verständnis für die Position der Bürger, aber als gewählte Ratsmitglieder müssen wir die gesamten Folgen einer solchen Entscheidung betrachten."

 

 

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