FDP Kempen trauert um Siegfried Scommoda

Siegfried Scommoda wurde am 10.12.1921 in Insterburg/Ostpreußen geboren. Nach seinem 2. Lebensjahr zogen seine Eltern wieder nach Berlin. Dort schloss er seine Schulzeit 1940 mit dem Abitur ab. Danach arbeitete er als Praktikant bei der Wittenauer Maschinenfabrik bis zum Januar 1942, als er zum Kriegseinsatz eingezogen wurde. Bei der Invasion in der Normandie im Juli 1944 kam er für 1 ½ Jahre in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Obwohl er auf einer Farm arbeitete, wurde er ausgesprochen gut ernährt und behandelt.

 

Nach der Rückkehr im Januar 1946 geriet er in Berlin durch einen tragischen Zufall erneut – nun in russische Kriegsgefangenschaft, obwohl der Krieg im Mai 1945 bereits beendet worden war. Bis zum Mai 1949 musste er in Russland unter schwersten körperlichen Bedingungen harte Arbeit verrichten. Erst als 29-Jähriger konnte er sein Ingenieurstudium in Karlsruhe aufnehmen und erfolgreich absolvieren. Dort lernte er seine Ehefrau Christel kennen, und beide heirateten im Mai 1960. Aus dieser Ehe ging ein Sohn, Dr. rer. nat. Matthias Scommoda hervor.

 

Siegfried Scommoda arbeitete als Projektingenieur bei der Firma Babcock-BSH in Krefeld-Uerdingen. Daher zog die Familie in das nahe Kempen ins eigene Haus. Bis zu seinem 65. Lebensjahr war Siegfried Scommoda berufstätig und unternahm viele geschäftliche Auslandsreisen z. B. nach Kenia, Indien, Thailand, Israel, Norwegen, Rumänien, Ägypten, Frankreich etc. Da er fließend Englisch und Französisch sprach, brauchte er bei seinen geschäftlichen Verhandlungen nie einen Dolmetscher.

 

Seit 1987 war er aktives Mitglied der FDP Kempen. Hier unterstützte er insbesondere das politische Engagement seiner Ehefrau, Christel Scommoda, die als langjährige stellvertretende Bürgermeisterin und aktives Ratsmitglied vielen Kempenern bekannt ist. Dem Jubilar ging es bis ins hohe Alter gesundheitlich recht gut. So fuhr er zwischen seinem 80. und 90. Lebensjahr über 25.000 km mit seinem Fahrrad, das er zu seinem 80. von den Geburtstagsgästen geschenkt bekommen hatte. Im Dezember letzten Jahres haben unser Kreisvorsitzender Wolfgang Lochner und ich ihn zur Vollendung seines 95. Lebensjahres besucht und anregend mit ihm geplaudert. Er brachte den Gästen noch selbst einen Toast auf seinen Geburtstag aus!

 

Die FDP Kempen trauert mit seiner Frau und seiner Familie sehr um Siegfried Scommoda. Wir werden ihn vermissen und sein Andenken immer in Ehren halten.