Boves: Großprojekt nicht übers Knie brechen

Bereits in der Haushaltsrede haben die Freien Demokraten den derzeitigen Plan für den Neubau des Rathauses kritisiert und diesen als einzige Fraktion abgelehnt. „Es ist wie bei den damals geplanten Blechhütten am Schmeddersweg“, meint Ratsherr Jörg Boves. „Die Kollegen in den anderen Fraktionen werden jetzt erst wach und fangen an, Fragen zu stellen. Bei einer 80-jährigen Nutzungsdauer ist es ein Großprojekt für Kempen und muss sowohl im Interesse der Stadtverwaltung als auch in dem der Steuerzahler sein.“

 

„Der Standort am Bahnhof hat den Vorteil der Verkehrsanbindung, doch die Bebauung in drei Einzelhäuser ist vollkommen unzweckmäßig“. Gefragt nach alternativ Standorten meint Boves: „Die anderen Standorte werden per se schlecht geredet. Das ist unredlich. So sind die Verkehrsanbindungen am Standort Schmeddersweg vielleicht schlechter, doch sind wir frei bei der Gestaltung und können insgesamt grösser bauen. Der überschüssige Platz kann bei Bedarf als Bürogebäude vermietet werden. Zudem bietet der Standort den Vorteil einer neuen Ortsteilentwicklung in Nähe zur Innenstadt, den Schulzentren und Sportstätten.“

 

Für Boves steht fest: „Wir haben ein konstruktives Angebot gemacht, über einen Lenkungsausschuss das Projekt unter enger Einbindung des Rates zu begleiten. Die drohende Kostenexplosion zeigt: Wir müssen das Projekt auf Eis legen, bis eine externe Firma eine wirklich ergebnisoffene Prüfung durchgeführt hat. In der Zeit soll die Arbeitsgruppe formulieren, welche Anforderungen an das oder die Gebäude gestellt werden.“ Der Ratsherr vergleicht die Diskussion über die drei Gebäude oder ein zentrales Haus mit dem Autokauf: „Ich kaufe doch nicht erst drei Kleinwagen, um daraus einen Reisebus zu bauen - da kaufe ich doch direkt das passende Model, sonst wird es zu teuer. Wir sind den Kempener Steuerzahlern und den vielen städtischen Beschäftigen eine angemessene und sachliche Diskussion schuldig, die die Entscheidung nicht über das Knie bricht.”

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Klaus-Peter Dahmen (Donnerstag, 07 Dezember 2017)

    Die unabdingbaren Voraussetzungen für die Realisierung eines erfolgreichen Projektes sind u.a.eine umfassende technische, kosten- und terminliche Planung, basierend auf einer eindeutigen Aufgabenstellung, vor der endgültigen Genehmigung.
    Es ist somit ersichtlich, dass diese umfassende Vorgehensweise ohne ein übergeordnetes Kontroll- und Entscheidungsgremium, sprich Lenkungsausschuss, nicht optimal funktionieren wird.
    Zumal weitere Voraussetzungen einer erfolgreichen Projektabwicklung, wie eindeutige Verantwortlichkeiten, Transparenz, Konsequenz, Systematik auch eines verantwortlichen Gremiums losgelöst von der operativen Realisierung der einzelnen Projektphasen bedarf.