Schulstadt Kempen

Die Ausführungen der Elternpflegschaftssprecher können wir leider in vollem Umfang bestätigen. Wir haben in der Vergangenheit sehr häufig und sehr deutlich auf bestehende Missstände hingewiesen und Taten gefordert. Wir haben uns selbst auf die Suche nach Firmen gemacht, die Beschattungslösungen anbieten und diese der Stadt zugesandt.

 

In meiner Haushaltsrede am 20.03.2018 habe ich die Mängel an unseren Schulen konkret aufgelistet und um Abhilfe gebeten bzw. eingefordert. Es werden im Schulausschuss oder im Rat Beschlüsse gefasst, die dann aber nicht zeitnah umgesetzt, sondern im Prinzip verschleppt werden. Früher konnte man sich darauf verlassen, wenn ein Beschluss gefasst wurde, gab es auch relativ zeitnah die Umsetzung. Seit geraumer Zeit müssen wir uns die Beschlüsse auf Wiedervorlage legen und dann immer wieder nachhaken, ob die Realisierung auch tatsächlich erfolgt ist.

 

Bei nahezu allen Beteiligten in der Schullandschaft besteht der Eindruck, dass die Kommunikation mit dem Schuldezernat sehr gut ist, aber es passiert danach nichts oder nur sehr wenig.

 

Wir erwarten deshalb, endlich in die Zukunft zu investieren. Schule muss in Kempen Chefsache werden. Schule 4.0 fängt bei der Beschattung und dem W-Lan erst an.

 

Den Auszug aus meiner Haushaltsrede finden Sie als Anlage.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

gez. Irene Wistuba

 

 

 

 

Auszug aus meiner Haushaltsrede vom 20.03.2018

Wir müssen der Aufbauphase der Gesamtschule mehr Aufmerksamkeit und mehr Gewicht entgegenbringen. Die Gesamtschule hat schon jetzt zu wenig Räume, es gibt noch keinerlei Hinweise, wie die zukünftige Raumentwicklung aussehen soll. Die Gesamtschule braucht mehr Differenzierungsräume und mehr Fachräume. Nach den Sommerferien 2017 ist ein konkretes Nutzungskonzept gemeinsam mit der Schule erarbeitet worden, aber seitdem herrscht Funkstille. Heute können wir z. B. in der WZ lesen, dass Sie noch einmal Temperaturmessungen vornehmen wollen wegen einer Beschattung der Fenster. Das können wir nicht nachvollziehen. Messungen haben doch bereits im letzten Sommer stattgefunden. Das von Ihnen geforderte Stoßlüften der Klassenräume hat sich bereits im letzten Jahr als nicht praktikabel erwiesen, da um die erforderlichen Uhrzeiten niemand zur Verfügung steht. Das kann doch nicht Ihr Ernst sein, dass Sie das Procedere des letzten Jahres in diesem Jahr komplett wiederholen wollen? Wir bitten Sie, Mittel für die Außen-Rollos außerplanmäßig bereitzustellen.

 

Wir wissen, dass die Stadt mit Engagement an den bestehenden Missständen der Kempener Schulen arbeitet. Die Planung „Gute Schule 2020“ läuft, es werden Mittel abgerufen und wir sehen anhand der Unterlagen, dass Bedarfe erkannt werden. Das Bemühen ist absolut zu erkennen und die Kommunikation ist auch sehr gut. Aber die Vorgänge dauern zu lange und es passiert wenig Konkretes.

 

Für alle Schulen gilt: Wir brauchen eine klare Ansage:

 

Wir Liberale fordern eine Prioritätenliste mit Zeitschiene

 und Verantwortlichkeit!

 

Wir fordern Vollzug! Vereinbartes muss ohne Nachhaken eingehalten werden!

Wir reden nichts schlecht, wir zeigen nur Fakten auf!

Das ist die Realität!

 

Bei der gemeinsamen Erstellung des Nutzungskonzeptes für die GS wurde ein Lenkungsausschuss versprochen, der aber bisher noch nie getagt hat!!! 

 

In den Räumen der auslaufenden Realschule gibt es gute Bio- und Chemie-Räume, aber es sind zu wenige. Die Gesamtschule war politisch 6-zügig gewünscht, aber die Voraussetzungen dafür wurden nicht geschaffen! Bei der Gesamtschule fehlen Räume für die Schulleitung. Demnächst gibt es sieben Schulleitungsmitglieder, jeder sollte zumindest einen eigenen Arbeitsplatz bzw. gegebenenfalls auch einen eigenen Raum haben.

 

Beim LvD ist die Stromverteilung ein großes Problem. Z. B. im Raum des Selbstlernzentrums können nicht mehr als 4 Rechner angeschlossen werden, mehr hält das Stromnetz nicht aus. Nach den Sommerferien wurde in der Schulausschuss-Sitzung versprochen, dass 12 Beamer bestellt wären. Die Beamer sind bis heute noch nicht im LvD angekommen!

 

Seit 2012 funktioniert die Brandmeldeanlage nicht zuverlässig. Die Sirene heult, aber Durchsagen sind nicht möglich. Z. B. in einem Amok-Fall könnten keinerlei Hinweise erteilt und Schüler in weiter entfernten Gebäuden können gar nicht erreicht werden. Das ist ein unhaltbarer Zustand und eine potentielle Gefahr für 740 Schüler. Wir sind hier juristisch gesehen „bösgläubig“, weil wir wissen, wie es besser ginge!!!

Für die Software Office 365 als FWU-Lizenz gibt es einen Rahmenvertrag mit Microsoft. Dieser Rahmenvertrag ermöglicht es den Schulen, Lizenzen für die Schüler und Lehrer wesentlich günstiger als normal zu erwerben.

 

 

Auch wenn die Martinschule leider ausläuft, müssen wir uns bis zuletzt verantwortungsvoll um die verbliebenen 85 Schüler kümmern. Wir vermuten, dass nach dem Auslaufen der Martinschule Räumlichkeiten für die neue Gesamtschule zur Verfügung gestellt werden könnten. Das alte Gebäude wird kaum noch genutzt, lediglich die Küche und die Technikräume im Anbau werden noch gebraucht. Hier sind allerdings bauliche Maßnahmen absolut erforderlich: Die Küche müsste dringend erneuert werden!

 

Für das WLAN sind zwar Geräte vorhanden, diese können aber nicht genutzt werden, sie stehen schlicht und ergreifend im Safe. Na bravo!!! Eine Verkabelung ist auch vorhanden, Kabelkanäle sind da, aber dann anschließend keine PCs. Die Stadtspitze hat uns hier im Ausschuss immer wieder Aktivitäten versprochen, aber noch ist nichts passiert. Evtl. könnte hier der Einsatz eines Elektrikers vom Bauhof schnelle und unbürokratische Abhilfe schaffen! Im PC-Raum fehlt leider ein Beamer! Außerdem bräuchte die Martinschule dringend ungefähr 20 Tablets und einen Beamer für jeden Klassenraum.

 

Auch in der Realschule fehlen die modernen Rahmenbedingungen. Aktuell besuchen 270 Schüler die Realschule. Im nächsten Jahr werden 142 Schüler im letzten Schuljahr, nämlich 2018/19 dort sein. Die Ausstattung an der Realschule kann man als klassisch bezeichnen. Man könnte auch anmerken: Sie stecken noch in der Kreidezeit! Zum WLAN gab es einen Plan, dass bis zu den Osterferien alles fertig sein sollte. Leider sieht es noch nicht so aus, als wenn das gelingen könnte.

 

Durch das Raster fallen sog. Sitzenbleiber, die in Kempen keine Alternative mehr finden. Es gibt Kempener Schüler, die nach Geldern, Süchteln oder St. Tönis gehen müssen, weil sie in Kempen nicht mehr beschult werden können. Dieses Problem wurde schon vor der Errichtung der Gesamtschule beim Besuch der damaligen Schulministerin Löhrmann angesprochen und von Frau Löhrmann mit den Worten bedacht: „Die Wege im Kreis Viersen sind kurz!“ Das lassen wir dann mal so stehen!

Wir schlagen vor, dass der Schulausschuss und interessierte Ratsmitglieder eine Begehung des Schulcampus durchführen, damit sie sich höchstpersönlich einen Eindruck über die gegenwärtige Situation an den weiterführenden Schulen verschaffen.

 

 

Für alle Schulsekretariate wäre ein Pool von Sekretärinnen erstrebenswert, die als Springer eingesetzt werden könnten. Das Schulsekretariat an der Realschule war in den letzten 14 Tagen nicht besetzt, also nicht erreichbar z. B. für Krankmeldungen. Die Erreichbarkeit muss gewährleistet sein - auch für die Kooperationspartner oder die Bezirksregierung usw. Ein Anrufbeantworter wäre hier nicht geeignet, wer soll das abarbeiten? Bei den Sekretariatsstunden findet leider an einigen Schulen ein Abbau statt, weil diese Stunden bei sinkenden Schülerzahlen geringer ausfallen dürfen. Allerdings sind die Zusatzaufgaben wie Betreuung von Flüchtlingskindern, Inklusion, Nachmittagsangebot, Offener Ganztag usw. stetig gestiegen.