„Brillanter“ Festakt zum 70. der FDP

Der frühere Verfassungsrichter Udo Di Fabio begeisterte im Rokokosaal.

Kempen. 70 Jahre FDP Kempen – dieser runde Geburtstag wurde am Samstag mit einem Festakt im Rokokosaal des Franziskanerklosters gefeiert. Etwa 90 Gäste, darunter Bürgermeister Volker Rübo und Landrat Andreas Coenen (beide CDU), erlebten einen kurzweiligen Nachmittag, für den vor allem Gastredner Udo Di Fabio sorgte. Die Liberalen konnten den ehemaligen Richter am Bundesverfassungsgericht für die Veranstaltung gewinnen. 

Viele Gäste lobten den Vortrag Di Fabios als „rhetorisch und inhaltlich brillant“. Der Jurist ging auf den Liberalismus ein und auf das eben liberale Grundgesetz. Der Redner erwähnte zudem die Wichtigkeit des Ehrenamtes. Und dazu gehöre auch das politische Ehrenamt in den kommunalen Parlamenten. „Das Ehrenamt hält unsere Gesellschaft zusammen, sonst wäre Deutschland schon längst zusammengebrochen.“

Vor der Rede Di Fabios nutze Irene Wistuba, Fraktionschefin der FDP im Kempener Stadtrat und Viersener Kreistag, die Gelegenheit, einen Blick in die Geschichte der Kempener FDP zu werfen. Gründervater des Ortsverbandes war Werner Lange, der nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Vogtland nach Kempen kam. Er führte an der Engerstraße ein Schreibwarengeschäft – heute „Schreibwaren Beckers“. Lange gehörte zunächst dem St. Töniser Ortsverband der FDP an. Dieser wurde 1946 gegründet und ist der älteste im heutigen Kreis Viersen.

„Herr Lange hat mir mal erzählt, dass er regelmäßig mit dem Rad nach St. Tönis fuhr, um seinem Monatsbeitrag von 20 Pfennigen zu bezahlen“, berichtete Wistuba. Bald hatte Lange aber auch in Kempen Gleichgesinnte gefunden. Und so kam es 1948 zur Gründung der Liberalen. Nach der Kommunalwahl 1952 stellte die FDP sechs von 24 Stadtverordneten. „Stolze 25 Prozent“, betonte Wistuba. Ein Ergebnis, dass aktuell für die FDP wohl unerreichbar ist. Dennoch fährt die Partei in Kempen regelmäßig zweistellige Ergebnisse ein.

Bekannte Kempener Liberale wurden ebenfalls in Wistubas Rede erwähnt: Willy Furth, Ingrid Silbereisen, Heinz Cobbers und Christel Scommoda. Letztere konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen.

Nach den Reden genossen die Gäste den Abend in den Kreuzgängen des Klosters. Für die Musik sorgten die Talente Amy (12) und Ella (14) Thomas aus St. Hubert. ⇥Red

 

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