Geburtshilfe schließt - jetzt braucht Kempen Lösungen!
Die FDP Kempen reagiert mit großem Bedauern und tiefer Betroffenheit auf die angekündigte Schließung der Geburtshilfe am Hospital zum Heiligen Geist.
Mit dem Ende der Geburtsstation verliert Kempen ein Stück seiner Identität. Für viele Bürgerinnen und Bürger war und ist der Eintrag „geboren in Kempen“ weit mehr als eine formale Angabe im Personalausweis – er steht für Herkunft, Heimat und Verbundenheit über Generationen hinweg. Dieser Verlust wiegt schwer und geht weit über rein strukturelle Veränderungen hinaus.
Besonders betroffen macht uns zudem der Umgang mit den Hebammen sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Schilderungen einer kurzfristigen, nüchternen und wenig wertschätzenden Kommunikation stehen im deutlichen Gegensatz zu der großen Verantwortung und dem persönlichen Einsatz, den diese Berufsgruppen über Jahre hinweg für Familien in Kempen geleistet haben. Hier ist Vertrauen verspielt worden.
Wir erwarten vom Betreiber, diesen Weg nicht einfach fortzusetzen, sondern innezuhalten und die Art und Weise des Vorgehens kritisch zu hinterfragen. Die betroffenen Menschen verdienen Respekt, echte Perspektiven und einen offenen Dialog – keine Entscheidungen, die sie vor vollendete Tatsachen stellen.
Gleichzeitig dürfen wir die Realität nicht ausblenden. Die Entscheidung wird mit medizinischen Anforderungen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen begründet. Eine sichere Versorgung von Mutter und Kind, sowie die langfristige Stabilität des Krankenhausstandortes sind von zentraler Bedeutung.
So schmerzhaft es ist: Am Ende wird diese Entscheidung zu akzeptieren sein, wenn sie tatsächlich der nachhaltigen Sicherung des gesamten Standortes dient. Wer dies grundsätzlich in Frage stellt, gefährdet im Zweifel mehr als nur einen einzelnen Bereich – nämlich die Zukunft des Krankenhauses insgesamt.
Gerade deshalb ist jetzt Verantwortung gefragt: für die Beschäftigten, für die werdenden Eltern und für die medizinische Versorgung in unserer Region.
Als FDP Kempen sehen wir uns deshalb auch in der Pflicht, konstruktive Lösungen aufzuzeigen:
Wir schlagen vor, kurzfristig ein sogenanntes Storchentaxi einzuführen, um werdenden Eltern einen sicheren und unkomplizierten Transport in umliegende Kliniken zu ermöglichen. Darüber hinaus sollte die Einrichtung eines unabhängigen Geburtshauses geprüft werden, um weiterhin eine wohnortnahe, hebammengeleitete Betreuung anzubieten und eine wichtige Versorgungslücke zu schließen.
Zugleich ist es uns wichtig, auch die positiven Entwicklungen am Standort anzuerkennen: Wir sind dem Träger dankbar für die Investitionen und die Weiterentwicklung des Krankenhauses in den vergangenen Jahren. Es ist gelungen, den Standort medizinisch zu stärken und perspektivisch zu sichern – gerade in Zeiten, in denen viele Kliniken unter Druck stehen oder schließen müssen. Dazu gehört auch, dass es in bestimmten Situationen notwendig und richtig sein kann, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, um andere Bereiche langfristig zu erhalten und zu sichern.